Sonntag, 19. August 2012

... das böse unter der sonne...

... absoluter klassiker von agatha christie... und irgendwie auch bezeichnend für das, was ich tagtäglich sehe, seit die sonne sich von ihrer besten seite zeigt... ich erwähnte es bereits beiläufig: ich habe eine gewisse affinität für hautcolorationen aka tattoos... offenbar teilt ein großteil der bevölkerung diese affinität... aber augenscheinlich ist auch, dass sie das nicht mit der selben (oder der gleichen... ich werde es nie lernen) intensität und begeisterung tun wie ich... gut 80 % der tattoos, die ich regelmäßig beim job, in den öffies oder sonstwo in freier wildbahn treffe, sind grütze... murks... absolut grottenschlecht... eine beleidung für das tattoo-liebhaber-auge... das mag nun sicherlich daran liegen, dass die auswahl der guten tätowierer in meiner heimatstadt in mitteldeutschland eher eingeschränkt ist... aber was heißt das schon... ist es nicht so so, dass man für ein neues auto durchaus mal quer durch die republik gondelt, um in ingolstadt/wolfsburg beispielsweise in den genuß einer "deluxxe auslieferung" zu kommen... warum kann es bei dingen, die eine weitaus längere haltbarkeit als ein auto haben, nicht ebenso sein??? ... warum investiert man unsummen an geld für einen 3-D-fernseher, die neusten smartphones oder sogar handtaschen (!!!), aber das erinnerungstattoo für omma bertha läßt man sich beim nächstbesten selbsternannten hautkünstler auf den unterarm alternativ hinters ohr klatschen... motiv einfallslos, qualität unter aller kanone und die hygienischen grundvoraussetzung im hinterzimmer fraglich... aber es war billig und lange auf den termin warten mußte man auch nicht... natürlich stelle ich das jetzt stark überspitzt dar, keine frage... aber denkt doch mal nach: so ein tattoo ist für immer... bis ans ende eurer tage... sollte da nicht der anspruch an die qualität enorm hoch sein? ... und das ist genau der punkt: woran erkenne ich "qualität"... kann ich mich da auf meine kumpels verlassen, die sich von XY haben tätowieren lassen... wo ich aber auf den ersten blick erkennen kann, dass der stern, den er besagtem kumpel auf den hals genagelt hat, vorne und hinten schief ist... aber der tätowierer ist halt ein netter typ, die musik im studio ist spitze und der hat sogar ne nespresso kaffeemaschine... !!! ... nein leute, dass sollten nicht die auswahlkriterien für einen top tätowierer sein... natürlich habe auch ich klein angefangen und habe daher nicht nur wirklich wirklich tolle sachen ... schönes beispiel: meine erste tätowierung (das tribal) sowie der "versuch" einer verbesserung... beides komplett in die hose gegangen... wie man nachfolgend sehen kann: 


... mal ehrlich... das sieht ein blinder, dass das ding absoluter schrott ist... !!! ... zum glück ist es auf dem rücken, so dass ich es nicht tagein-tagaus sehen muß... aber ihr seht, was ich meine, oder... die sterne... bitte.. die steeeeerne... da ist nix so, wie es sein sollte... niiiiix... ganz üble sache... zur geschichte: das tribal habe ich mir 1994 auf empfehlung eines bekannte (!!!) in einem studio in meiner heimatstadt machen lassen... 6 std. qualen und schmerzen und ein kreislaufzusammenbruch als folge am nächsten tag... zu wenig gegessen, zu wenig getrunken, erst abends um 18 uhr mit dem tätowieren angefangen... das konnte ja nix werden... das bunte gedöns drumrum kam dann 2005 dazu... ich hatte grade meinen mann kennengelernt und der hatte einen bekannten und der nannte sich eben "tätowierer"... statt fand das ganze in der wohnung des besagten herrn, ein hund war ebenfalls anwesend und eine schlange auch... ^^... was dabei rausgekommen ist, ist ja kaum zu übersehen... *örks*... ... gut, schön ist anders, aber das ist hier jetzt auch nicht das thema... natürlich gab es 2005 bereits das internet (sonst hätte ich ja auch meinen gatten nicht kennengelernt, aber auch das ist jetzt eine andere geschichte) und man (also in diesem fall ich!) hätte sich durchaus vorher schlau lesen können... ich aber habe vielmehr ein bißchen naiv auf meinen mann gehört... ich mache ihm das nicht zum vorwurf, letztendlich wollte ich es ja selber so... aber ich hätte die möglichkeit gehabt, mich vorher kundig zu machen, das ist der punkt ... nun ja... 2006 stieß ich dann durch einen dummen zufall auf ein tatooforum und zwar den tattooscout ... und so ein forum hat absolut seine daseinsberechtigung und vorallem lernt man dort ... man lernt zu SEHEN... und es ist einfach unfassbar, was alles möglich ist mit tinte und nadel... ich behaupte, die 80 % der bevölkerung, die mit dingern wie dem da oben rumrennen, wissen das garnicht... eben weil sie sich nicht ausreichend mit dem thema tattoo beschäftigen... und das ist - meiner bescheidenen meinung nach - unabdingbar, um sich etwas in die haut stechen zu lassen, an dem man bis ans ende aller tage seine freude hat... und um jetzt noch die kurve zu kriegen... natürlich habe ich auch wirklich wirklich tolle tattoos... und soll ich euch was sagen... für das letzte projekt - meine wade - bin ich bisher 4 x (in worten VIER) nach bad wörishofen gefahren... das sind gut 600 km anfahrtsweg... und ich habe nicht eine minute der zeit oder des weges bereut... und ich sage euch auch, warum: weil das ergebnis ganz einfach für sich spricht... oder... (und es geht hier jetzt nicht um das motiv, sondern ganz alleine darum, wie das tattoo TECHNISCH ausgeführt ist... ) 


... foto ist nicht so prall, aber ich glaube, ihr seht, was ich sagen will... ausführender künstler in diesem fall - und da nenne ich den namen mit wonne, weil ich ihn so lieb habe - ist axel von der black-n-grey connection im schönen bad wörishofen... mehr zu dem projekt und der entstehungsgeschichte kommen später mal; wir sind ja noch nicht fertig ;-) ... also um zu einem abschluß zu kommen: wenn ihr euch tätowieren lassen wollt, tut euch selber und eurer haut folgenden gefallen: rennt nicht zum nächstbesten in eurer stadt, weil der grade nen termin frei hat... macht euch gedanken über das motiv und die zu tätowierende stelle... sucht euch ein forum wie z.b. den tattooscout und fragt dort nach, bevor ihr loslegt... und finally: seid euch im klaren darüber, dass ein tattoo für immer ist und im idealfall nicht mehr weggeht (auch lasern entfernt nicht rückstandsfrei!!!) und fragt euch vorallem: will ich das überhaupt oder mache ich das nur aus einer derzeitigen laune heraus... ;-) ... in diesem sinne... 

... umärmelungen 
...pupsie*

Kommentare:

  1. pupsie hat geschrieben: "gut 80 % der tattoos, die ich regelmäßig beim job, in den öffies oder sonstwo in freier wildbahn treffe, sind grütze... murks... absolut grottenschlecht... eine beleidung für das tattoo-liebhaber-auge"

    boah, wie recht du hast. diese erkenntnis hat sich in den letzten, heißen tagen dermaßen in meine netzhaut eingebrannt. ist mir vorher noch nie sooo extrem aufgefallen. auch bei meinen tattoos ist nicht alles das gelbe von das ei, aber schlimmer geht immer.

    wir sehen uns in bregenz. wie sagt ein freund immer so schön: ich freuer mir. ;-)

    gently69

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    1. ... ich freu mich... also wegen bregenz... :-)))

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  2. Mal unabhängig von schlechten tattoos, lustig find ich eigentlich immer die Reaktionen der Leute auf ein tattoos - in meinem fall werd ich diesen Sommer so häufig wegen des sleeves angequatscht, wie nie zuvor. Die feinste frage war mal: wo bekommt man denn so ein schönes tattoo im oberbergischen Kreis (für ortsunkundige: Raum Gummersbach :D) - woraufhin brav geantwortet wird: gar nicht ... Egal ob an der ampel, Tanke, beim shoppen, oder beim schnöden überqueren eines Platzes, wenn plötzlich ein Blag mit'm Finger auf einen zeigt und zur Mami flüstert - guck mal, die Frau is ganz angemalt. Wenn dann die fünfjährige eines Kumpels sagt, ich will später mal Rauchen und tätowiert sein, dann Denk ich immer: Joah, Welt in Ordnung :D
    Grüße, changling

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    1. ... rauchen und tätowiert sein ist definitiv eine zukunftsperspektive :-))) ...

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... und was hast DU zu sagen??? ...