Dienstag, 3. September 2013

... und plötzlich ist da nur noch stille...

... vor nicht ganz einem jahr ist ein ehemaliger arbeitskollege von mir gestorben... ganz plötzlich und unerwartet... sein herz hörte auf zu schlagen... einfach so... 


... am vergangenen wochenende habe ich seine frau - ebenfalls eine ehemalige kollegin - getroffen... ich habe dieses treffen lange vor mir her geschoben... ich hatte angst... angst davor, ihr gegenüber zu stehen... ihre trauer zu spüren, ihr anzusehen, wie schlecht es ihr geht, wie sehr sie ihn vermisst... immer wenn ich in meine alte heimat gefahren bin, habe ich auf dem weg dorthin im auto an ihn gedacht... wie sehr ich ihn eigentlich auch vermisse und wie unwirklich es ist, dass er nicht mehr da ist... und ich hab immer nicht den mut gefunden, seine frau anzurufen und sie zu besuchen... am samstag habe ich mir ein herz gefaßt und bin ihr gegenübergetreten... und es war eigentlich ganz einfach... natürlich hat sie geweint... ich war komischerweise gefasst, obwohl mir sein tod nach wie vor sehr nahe geht... wir haben über ihn geredet... wie sehr sie ihn vermisst und dass sie sich unvollständig ohne ihn fühlt ... wie schwer sich das leben ohne ihn gestaltet und wie groß die veränderung ist, wenn man plötzlich - trotz kindern - ganz alleine da steht... es war ein schöner abend... trotz der spürbaren trauer... aber wir haben auch gelacht zusammen und ich habe gemerkt, dass es völlig unnötig war, angst vor der begegnung zu haben... 

... ich kann ganz schwer mit trauer und verlust umgehen; ich verdränge den gedanken, dass menschen, die mir lieb und teuer sind, irgendwann gehen und nicht mehr da sind und ich nur noch erinnerungen an sie habe... aber da der tod unumgänglich ist, muß ich mich leider hin und wieder damit beschäftigen... aber vielleicht sollte man dem ganzen thema etwas positiver gegenüber stehen... so schwer das auch erscheint... ist es nicht sinnvoller - trotz des schmerzes über den verlust, den man empfindet - die guten erinnerungen in den vordergrund zu stellen, die lustigen und auch die traurigen momente, die man miteinander hatte... so schwer das erscheint, aber macht das den abschied nicht vielleicht einfacher? ... gibt es ein patentrezept für trauer? ... 

... ich bin in der glücklichen lage, bisher noch alle meine lieben quicklebendig um mich zu haben ... ich mag nicht daran denken, wie ich mich fühle, wenn ich irgendwann meine wichtigsten menschen verliere... aber mir wird einmal mehr klar, dass das irgendwann passieren wird, dass der tod in meinem leben unumgänglich ist... und ich mich mit ihm arrangieren muß ... und anstatt über den tod zu trauern sollte ich vielmehr glücklich sein, eine gewisse zeit mit diesem mir so wichtigen menschen verbracht zu haben... 


... ein schwieriges thema, ich weiß... aber aktuell beschäftigt mich das sehr und ich frage mich, wie ich weiter damit umgehen werde... fakt ist: ich werde nicht wieder so viel zeit ins land gehen lassen, um meine liebe ehemalige kollegin zu sehen... denn eins ist sicher: jede minute ist kostbar und man sollte freundschaften zu menschen, die wertvoll sind, unbedingt pflegen... denn es könnte ganz plötzlich zuende sein ... 

... pupsie* ... nachdenklich ... 


Kommentare:

  1. Ganz schwieriges Thema... Mein Problem ist dann noch, dass ich an nichts glaube. Viele Menschen finden in ihrem Glauben dann etwas, wo sie sich reinflüchten können, aber ich? Ich habe leider schon geliebte Menschen verloren und es war jedes Mal so dermaßen schlimm, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man sich irgendwann damit "arrangieren" kann...

    Selbst bei meinen Großeltern, die beide wirklich alt wurden, war es schwer. Als ein junges Familienmitglied gestorben ist, war es einfach nur unwirklich. Sie fehlt nach 7 Jahren immer noch so sehr, aber auch wir können in der Zwischenzeit wieder lachen und wissen, das würde ihr gefallen :)

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. ... ich bin auch völlig ungläubig bzw. neige dazu, in fällen wie diesem speziell den glauben zu verlieren... denn es ist einfach sinnlos, wenn ein noch junger mensch stirbt... wie soll man da noch "glauben"... und das mit dem "arrangieren"... klar rede ich mir da den ernstfall schön; ich mag einfach nicht darüber nachdenken, wie es dann tatsächlich sein wird...

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  2. Schöner Beitrag, wenn auch traurig.

    Es ist echt schwierig mit dem Thema umzugehen, aber ich habe festgestellt, dass die Trauernden über jeden Kontakt froh sind und sich dadurch nicht ganz so alleine sind.

    Habe auch gelernt, die schönen Moment mit der Familie zu genießen!

    Liebe Grüße,
    Caro

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    1. ... danke, mir war es irgendwie ein anliegen, meine gedanken loszuwerden... einfacher macht es die ganze sache nicht, aber du hast recht: man lernt darauß... vorallem, sich eben nicht über jeden kleinscheiß aufzuregen und gelassener zu werden, denn man vergeudet nur seine zeit ... zeit, die man viel wertvoller verbringen kann...

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  3. Im Prinzip denke ich, dass es für Trauernde das "schlimmste" ist, wenn Leute ihnen nicht gegenübertreten können...das lässt sie in ihrer Trauer so allein und grenzt sie aus.
    Aber ich verstehe vollkommen wie es Dir da ergangen ist, alles andere als leicht.

    Ganz klar hast Du Dir da einen wunderbaren "Vorsatz" gefasst mit dem Pflegen von Freundschaften und Kontakten die einem wichtig sind. Jeden Moment genießen :)

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    1. ... ich ärgere mich rückblickend, dass ich nicht früher dort war... denn es war einfach... und ich habe sofort gemerkt, dass es ihr gut tut... aber im ersten moment hat man einfach angst und weiß nicht, was einen erwartet... aber das ist eben der lernprozeß, den man da unter umständen auch durchmachen muß... ich hoffe, ich halte mich an den vorsatz; denn ein plätzchen hat sie jederzeit für mich frei, hat sie gesagt... und das ist doch schonmal ein guter anfang :-)

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  4. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich so einigermaßen mit "Trauer" umgehen konnte (nicht, das ich denke, dass ich das besonders gut mache...) ... ich gehe jetzt auf die Betreffenden zu und sage auch, das mir wirklich nichts tröstendes einfällt in Form von Worten ... das ist nämlich auch so ... aber das ich einfach da bin, wenn eine Umarmung oder ein Gespräch benötigt ist (nicht so steif, wie sich das jetzt anhört, ok) .. Ich habe damit gute Erfahrung gemacht weil am Schlimmsten für die, die zurück bleiben ist, dass sich so viele Menschen von ihnen zurück ziehen ... weil eben die meisten mit der Trauer nicht umgehen können ... Das ist ja auch verdammt schwierig...

    Mich selbst würde der Verlust meines Mannes, meiner Kinder (bewahre mich davor das ich vor meinen Kindern sterbe) oder anderen mir Nahestehenden wahrscheinlich völlig von den Füßen heben ... keine Ahnung wie ich mit eigener Trauer umgehen würde... ich habe auch Angst vor der Vorstellung ... und ich habe Angst vor dem Sterben ... tut es weh, wird es lang dauern und vor allem: kommt da noch was?? Glaube nämlich auch nicht wirklich an etwas ...

    Ich nehme mir auch immer vor jeden Moment mit meinen Lieblingsmenschen zu geniessen aber ich bin ehrlich: Bei mir kommt oft der Alltag dazwischen und dann haperts mit dem Geniessen... Aber ich bleibe dran :-)

    Mein liebstes Zitat (weiß leider nicht vom wem es ist) ist demnach das folgende:

    Die Zeit heilt keine Wunden,sie lehrt uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben.

    Liebe Grüße
    Alex-ia

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    1. Ich Heinz ... ich meine na klar ..."bewahre mich davor, das meine Kinder vor mir sterben ..."

      Alleine die Vorstellung treibt mir die Tränen in die Augen

      :-*

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... und was hast DU zu sagen??? ...